Archiv der Kategorie: Medien

Top Media, Marketing und PR Blogs …

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Eingeordnet unter Blogs, Links, Marketing, Medien, PR

Die FAZ und die Blogosphäre

Apropos Blogs und die Werbung: Die blogbar hat drauf hingewiesen: In der FAZ lässt sich Roland Lindner, seines Zeichens Wirtschaftskorrespondent in New York, darüber aus, dass die Blogosphäre ihren Zenit überschritten habe. Grund für diese Behauptung: Eine Aussage des Marktforschungsinstitutes Gartner. Gehen wir mal davon aus, dass die von Technorati, Gartner und Co. gelieferten Daten ihre Richtigkeit haben; die Zahl der neu hinzukommenden Blogs also sinkt, der prozentuelle Anteil der „toten Blogs“ unter den bereits Existierenden hingegen steigt. Müssen wir uns deswegen Sorgen machen? Nein. Sorgen müsste sich die FAZ. Einen Artikel in dem die steigende Beliebtheit von Weblogs („Von den hundert beliebtesten Seiten entfielen im Schlussquartal vergangenen Jahres 22 auf Blogs, im dritten Quartal waren es erst 12.“) ebenso wie der starke Zufluss von Werbemillionen in dieselben* festgestellt wird, mit „Zenit überschritten“ zu betiteln, hat fast BILD-Charakter. Hat da jemand Angst um seine Printexistenz?

* Ob dies nun positiv oder negativ ist, soll an dieser Stelle nicht bewertet werden. Oder doch?

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Eingeordnet unter Blogs, Medien, Werbung

kurz geblogt…

Auf die Ergebnisse einer paneuropäischen Studie, durchgeführt von Hotwire, weist das PR-Journal momentan hin. Eine Befragung von Marketing-, PR- und Kommunikationsverantwortlichen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien zum Thema Unternehmenskommunikation und digitale Medien erbrachte u. a. folgendes Ergebnis: 83 % der Befragten erwarten in Zukunft eine viel direktere Interaktion mit den Kunden – fast die Hälfte der Befragten (47%) plant deswegen in Zukunft ein eigenes Team für Blogs und Kundeninteraktion einzusetzen. 63% der PR-Verantwortlichen setzen in Zukunft außerdem auf den Einsatz von Kommunikationsplattformen wie Podcasting. Das Problem ist nur: Auf der Hotwire PR Seite kann ich die Studie gar nicht finden. Hat irgendjemand eine Idee wo die versteckt ist?

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Eingeordnet unter Blogs, Kommunikation, Medien

Word of Mouth Marketing…

kurz und knapp, spannend und für jeden verständlich einführend erklärt. Martin Oetting, Partner bei trnd erläutert in einem 15minütigen Vortrag Verfahrens- weise wie Vorteile des Word of Mouth Marketing – und geht danach in ebenso informativer wie unterhaltsamer Weise auf Fragen zur Thematik ein. Mein Eindruck: Marketing endlich und tatsächlich MIT dem und nicht GEGEN den Consumer. Gefunden bei Martin Oetting, zu sehen bei sevenload.com.  Empfehlenswert!

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Eingeordnet unter Marketing, Medien

kurz notiert…

Bush unter den „dümmsten Prominenten des Landes“ 

Die US-Bürger haben gewählt: Nein, nicht einen neuen Präsidenten. Noch nicht. Dafür aber die „größten Idioten unter den Prominenten [ihres] Landes.“ Auch darüber berichtet Welt Online – neben unzähligen anderen Zeitungen, Zeitschriften, blogs etc. Eigentlich wäre eine solche Studie, in diesem Fall in Auftrag gegeben von dem Publizisten Jeff Barge, nicht sonderlich erwähnenswert. Auf Platz 4 der Studie, für die zum achten Mal 1000 US-Bürger befragt wurden, findet sich jedoch George W. Bush. Seid wann ist der Blinde unter den Einäugigen König?

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Eingeordnet unter Design, Medien, Satire, USA

Museum Plagiarius – Was steckt hinter der „Piraterie zum Anfassen“?

Wer hat es nicht schon einmal getan: Auf der Pauschalreise das äußerst günstige Nike Shirt, die extrem billigen adidas Sneaker oder die ebenfalls unschlagbar tief unter dem deutschen Ladenpreis angebotene PRADA Tasche erworben. Bei den Preisen, da kann man doch nicht widerstehen!

„Kann man nicht nur, muss mann“ würde Rido Busse sagen, Geschäftsführer und Inhaber der busse design ulm gmbh. Denn hinter radikalen Preisnachlässen stecken nicht selten Produkt – Plagiate bzw. Fälschungen. Während Erstere sich in Design und Funktion deutlich am Original orientieren und damit trotz der Verwendung eines geringfügig geänderten Markennamens eingetragene Schutzrechte der rechtmäßigen Hersteller verletzen, nutzen Fälschungen (illegal) mindestens Verpackung und Namen des Markenherstellers; sklavische Fälschungen reichen gar in der Qualität der Inhaltsstoffe oder der verarbeiteten Materialien, schließlich in der Qualität der Verarbeitung selbst, an das Original heran. Busse durfte dies bereits 1977 schmerzhaft am eigenen Leib erfahren:

“ 1977 entdeckte Rido Busse auf der Frühjahrsmesse in Frankfurt auf dem Stand eines Herstellers aus Hong Kong ein offensichtlich exaktes Plagiat der Brief- und Diätwaage Nr. 8600 der Firma Soehnle-Waagen aus Murrhardt. Das Original war von der busse design ulm gmbh komplett entwickelt und 1965 von Soehnle auf den Markt gebracht worden. Verkaufspreis im Laden: DM 26,00. Der chinesische Hersteller aus Hong Kong bot das Plagiat im Dutzend billiger an: Sechs Stück für DM 24,00, d.h. Ladenpreis unter DM 10,00.“

In Reaktion auf diesen Vorfall und aufgrund der Schwierigkeiten, welche ein juristisches Vorgehen gegen die Plagiatoren mit sich brachte, rief Busse noch im selben Jahr den Plagiarius ins Leben, eine Negativauszeichnung in Gestalt eines „handelsüblichen Gartenzwerges Nr. 917 der Firma Heissner, den er schwarz lackierte und mit einer goldenen Nase versah“. Seitdem jährlich verliehen, weist die „Auszeichnung“ darauf hin, wer sich mit besonders dreistem Ideenklau eben “ eine goldene Nase verdient“ – immer mit dem Ziel vor Augen die Öffentlichkeit  „bzgl. des Problems der Produkt- und Markenpiraterie“ aufzuklären und zu sensibilisieren.

In der „Klingenstadt“ Solingen steht dafür seit Neuestem das Museum Plagiarius zur Verfügung. Getragen von der Stadt Solingen und dem Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren, findet sich in der Güterabfertigung des ehemaligen Hauptbahnhofs seit dem 1. April 2007 die von der Aktion Plagiarius e.V. – dem Trägerverein der „Auszeichnung“ – seit ihrem Bestehen zusammengetragene, weltweit einzigartige Sammlung von mehr als 250 Originalen und Plagiaten. Gezeigt werden u. a. Haushaltsartikel, Leuchten, Möbel und Kinderspielzeug aber auch technisch komplexe mechanische und elektronische Geräte und Maschinen – immer im direkten Vergleich Plagiat – Original. Damit wird deutlich: Nicht nur Luxusartikel, sondern Produkte aller Branchen sind mittlerweile vom Problem der Produkt- und Markenpiraterie betroffen.

Muss uns das interessieren? Das Markenshirt für 3,50 Euro wird ja schon eine Weile halten, die „PRADA Tasche“ zumindest solange, dass jeder sieht: „Ich habe eine!“. Bei weniger genauem Hinsehen ist der Nachbar auch von meinem Game boy Plagiat beeindruckt – und ich habe bares Geld gespart. Ist ja eh knapp – Geiz ist geil.

Mag diese Argumentation aus der Sicht eines jeden Einzelnen erst einmal durchaus fassen, sie greift zu kurz: Spätestens bei der Kettensäge namens Swool aber à la Stihl , aber auch bei gefälschten Reifen oder Bremsscheiben, vom Original auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden, kann es gefährlich werden: „Minderwertige Produktqualität und nicht erfüllte Sicherheitsstandards können […] Gesundheit und […] Leben der Konsumenten gefährden.“ Und selbst wenn der einzelne Konsument nicht leidet: Die negativen (volks-)wirtschaftlichen Auswirkungen sind immens: Christa Toben, Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen bezifferte in ihrer Rede, gehalten anlässlich der Eröffnung des Museums Plagiarius, die Zahl der allein in Deutschland durch Fälschung jährlich vernichteten Arbeitsplätze auf „rund 50.000“; nach Schätzungen der OECD haben Plagiate einen Anteil von 5 bis 9 Prozent am Welthandel. Produkt- und Markenpiraterie  stellt sich damit – insbesondere für die höher entwickelten Volkswirtschaften – mittlerweile als eine ernste wirtschaftliche Bedrohung dar. Das einzelne Unternehmen leidet ebenfalls:

„Für die betroffenen Unternehmen bedeutet die Produktpiraterie nicht nur die Entwertung ihrer kostenintensiven Entwicklungsarbeit und den Verlust von Marktanteilen, sondern auch die Entwertung des Originals. Und was mitunter schlimmer wiegt, die Gefährdung des guten Firmennamens.“

Und auch langfristige Folgen sind zu erwarten: Die Innovationstätigkeit des einzelnen Unternehmens wird gebremst, neue Entwicklungen sind nicht mehr lohnenswert bzw. finanzierbar und bleiben somit aus.

Das Problem ist dabei jedoch nicht selten „hausgemacht“: Denn auch wenn der weit überwiegende Teil der Produzenten von Plagiaten und Fälschungen nach Informationen des Bundesministeriums der Finanzen in China ansässig ist, sitzen die Auftraggeber vielfach hier in Europa, ganz zu schweigen von den Konsumenten, welche letztlich darüber entscheiden, ob die Plagiate eine Chance haben oder nicht. 

Handeln muss also die Gesetzgebung, handeln kann aber auch jeder einzelne: Ein Besuch des Museums Plagiarius kann dabei ein Anfang sein.  

Siehe dazu ebenfalls: Mehr Drogen, mehr Plagiate, mehr Schwarzarbeit auf SpiegelOnline

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Eingeordnet unter Design, Medien, Politik

Malzahn und die „deutsche Grundverlogenheit“: Antiamerikanismus in Deutschland

Wer hat’s erfunden? In dem Fall Claus Christian Malzahn, welcher den Deutschen, insbesondere der jungen Generation der 18 bis 29-Jährigen, in seinem in einem sarkastischen Grundton gehaltenen Spiegel Online Kommentar Böse Amis, Arme Mullahs eine ebenso „deutsche Grundverlogenheit“ attestiert. Malzahn beschäftigt sich in seinem Kommentar mit einer vom Stern in Auftrag gegebenen FORSA Umfrage, dessen Ergebnisse besagtes Magazin in einem Artikel vom 27. März diesen Jahres vorstellt. Aus den dort veröffentlichten Ergebnissen geht zweifelsfrei hervor, dass „Amerika einen miserablen Stand in Deutschland“ hat: 48 % der Bundesbürger und 57 % der 18 bis 29-Jährigen „glauben, dass von den USA eine größere Bedrohung für den Weltfrieden ausgeht als vom Iran.“ 72 % der Befragten unterstützen gar den Widerstand von SPD-Chef Kurt Beck gegen das geplante US-Raketenabwehrsystem. Doch geht die Kritik an den USA quer durch alle Parteien – einzig die Anhänger der Union halten Teheran mehrheitlich für bedrohlicher als Washington. Und nu? Wo ist die „deutsche Grundverlogenheit“?

Malzahn, welcher das seit einiger Zeit in der öffentlichen Diskussion präsente Raketen-abwehrsystem in seinem bissigen Kommentar völlig außen vor lässt („Laut Forsa sind 54 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass eine Stationierung der Raketenabwehrsysteme den Frieden in Europa bedrohen würde.“)  , verortet die „deutsche Grundverlogenheit“ u. a. in der Kritik an der US-amerikanischen Politik und der gleichzeitigen Beliebtheit der Vereinigten Staaten als Urlaubsziel sowie den immer wieder hohe Einschaltquoten bringenden Hollywood-Produktionen im deutschen Fernsehen. Er kommt zu dem Schluss:  

„Es vergeht kein Tag in Deutschland, an dem über die USA nicht die wildesten Behauptungen, die übelsten Schmähungen, die wahnsinnigsten Verschwörungstheorien verbreitet werden […]“

Noch vor der hoffentlich beabsichtigten Überspitzung dieser Formulierung kommt Malzahn somit zu der Aussage: „Antiamerikanismus ist prima bigott“. Dazu gibt es – aus der Perspektive eines jungen Deutschen mit einschlägiger (über den Urlaub weit hinausgehender) USA-Erfahrung – Folgendes zu sagen: Zwischen Fiktion und Realität ist zu unterscheiden; Verallgemeinerungen sind nicht zulässig. 

Ein deutscher Zuschauer der US-amerikanischen Produktion 24  rezipiert eine spannend inszenierte Darstellung, die im Umfeld eines fiktiven amerikanischen Anti-Terror-Geheimdienstes spielt. Es ist das gute Recht eines jeden Rezipienten, die fiktiven Handlungen des Helden Jack Bauer, welcher der Spannung der Inszenierung dienen, gutzuheißen. Daraus abzuleiten es sei bigott, sich einen Tag später über die realen Verhältnisse im US-Militärstützpunkt Guantanamo Bay zu beklagen, zeugt von einer Differenzierungsunwilligkeit an welcher auch die Debatte über die Auswirkungen von Ego-Shootern auf die Realität leidet. 

Der Kommentar von Malzahn leidet ebenfalls. Er leidet an Verallgemeinerung. Der einmaligen Nennung der Ergebnisse der FORSA Umfrage folgt eine Tirade von Aussagen „des Deutschen“, welche zum Teil selbst in einer sarkastischen Rede fehl am Platze sind: Wem versucht der Autor hier die Aussage unterzuschieben, der Nationalsozialismzs sei nur ein Betriebsunfall gewesen? Das manche Spiegel-Leser der Meinung sind, Bush sei „schlimmer als Hitler“ ist wohl kaum als repräsentativ anzusehen.

Sarkasmus, Verallgemeinerungen, bissige Kommentare – all dies eignet sich weder als Reaktion auf noch zur Verarbeitung der durchaus beunruhigenden Ergebnisse einer aktuellen Studie. „Deutsche Grundverlogenheit“ lässt sich evtl. aus den Spitzen Malzahns rekonstruieren, geht aber an der Wirklichkeit weit vorbei. Die „offizielle deutsche Politik“ schlicht als Hauptursache für den Antiamerikanismus anzusehen, dabei elegant zu verschweigen, dass selbst Jeffrey Gedmin die desaströse Selbstdarstellung der Bush-Regierung in Europa kritisiert, somit statt einer differenzierten Betrachtung (dessen Fehlen er bei den Befragten der FORSA Studie offensichtlich vermisst) selbst nur monokausale Begründungen für die Ergebnisse der Studie zu liefern, um daraus die (wohl sarkastisch gemeinte) Forderung nach einer erneuten re-education abzuleiten ist eine schwache Leistung. 

Fazit: Löschenswert.    

   

 

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Eingeordnet unter Medien, Politik, USA